Anpassungsfähigkeit – ein Schlüssel zum beruflichen Erfolg

Anpassungsfähigkeit – ein Schlüssel zum beruflichen Erfolg

Wir leben in einer sich schnell verändernden komplexen, unsicheren, mehrdeutigen Welt und sind mit neuen, höheren Herausforderungen auf allen humanitären, gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Ebenen konfrontiert. Wir leben in Zeiten des Umbruchs in einer global vernetzten Welt, müssen nach neuen, ungewohnten Wegen suchen, um diesen Herausforderungen gerecht zu werden und müssen uns ständig an veränderte Umwelten anpassen.

Dafür benötigen wir eine neue Form der „Krisenkompetenz“, die uns konstruktiv mit der permanenten Unsicherheit in unserem Leben umgehen lässt und eine fließende Anpassung an immer neue Krisen ermöglicht. Eine Krise darf uns nicht lähmen, sondern muss uns robuster machen und zu aktivem Handeln führen. Das bedeutet, eine fundamental neue Haltung gegenüber dieser komplexen Welt einzunehmen, den Balanceakt zwischen Stabilität und Flexibilität, zwischen Statik und Dynamik hinzubekommen. Damit erhält der Begriff der Resilienz, der Anpassungsfähigkeit an veränderte Lebens- und Arbeitsumstände, eine völlig neue Dimension, um die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft meistern zu können. Resilienz ist „Zukunftskompetenz“.*

Dennoch, wenn die Autoren zurückblicken,  haben Ungewissheiten schon immer zum Leben gehört: Unsere Eltern waren im 2. Weltkrieg Kinder und haben danach eine ungeheure Aufbauleistung vollbracht, unsere Kinder wurden in den 80iger Jahren geboren, als Pershing 2 und SS20 – Mittelstreckenraketen aufeinander gerichtet wurden und die Gefahr bestand, dass der 3. Weltkrieg in Europa ausbricht. Und als das nukleare Tauwetter begann, verabschiedete sich die DDR von der Weltkarte und hinterließ seine ehemalige Bevölkerung mit viel Freiheit und mit einem notwendigen wirtschaftlichen Neubeginn.

Damals wie heute spielte und spielt eine positive Zukunftsorientierung eine entscheidende Rolle in der Bewältigung der allgegenwärtigen Gefahren. Egal, ob man jung oder älter ist und unabhängig von der jeweiligen äußeren Situation kommt es darauf an, das eigene Leben mit Lust und Freude zu gestalten. Das heißt, sich für das eigene Leben verantwortlich zu fühlen, neugierig zu sein, sich Ziele zu setzen und dranzubleiben, stolz auf das Erreichte zu sein und beweglich zu bleiben, wenn die eine oder andere Schwierigkeit den Weg verbaut.

Und diese positive persönliche Grundhaltung und Zukunftsorientierung spiegelt sich auch in der eigenen Arbeitskultur wieder.

Was bedeutet das nun konkret für die eigene berufliche Entwicklung als Student, Mitarbeiter oder Führungskraft?

Früher, in der Arbeitswelt des Taylorismus, wurden Produktionsprozesse präzise beschrieben, vorbereitet, organisiert und durchgeführt, Arbeitsplätze exakt definiert und in Stellenausschreibungen die dafür benötigten technischen Kompetenzen aufgelistet. Es gab klare Ursache – Wirkung – Beziehungen.
Die Wirtschaftswelt heute ist eine andere. Sie ist gekennzeichnet durch globale Konkurrenz und  globale Arbeitsteilung, durch den Kampf um Ressourcen aller Art, durch Klimawandel und eine atemraubende technologische und technische Innovation.

Unternehmen gehen neue Wege, werden agil, im Sinne höherer Beweglichkeit von Strukturen und Prozessen. So reagieren sie flexibler auf unvorhergesehene Ereignisse und neue Anforderungen und passen sich an die neuen Zeiten an.

Das wiederum stellt hohe Anforderungen an Mitarbeiter und Führungskräfte. Studenten von heute werden in ein anderes Arbeitsleben treten, als sie es von den Beschreibungen ihrer Eltern kennen.

Nicht mehr die Leiter sind die Allwissenden und Alleinentscheider, sondern die fachkompetenten, selbstorganisierten Mitarbeiter bieten Lösungsvorschläge an. Es ist klar, dass das mit der Arbeitsweise „abarbeiten“ und „abheften“ nicht zu schaffen ist.

Da diese Veränderungsprozesse dauerhaft sein werden, können drei wichtige Schlussfolgerungen gezogen werden:

  • Spezifisches Fachwissen hat ein immer kürzeres Verfallsdatum, muss ständig angepasst oder neu gelernt werden – lebenslanges Lernen!
  • Es stehen neue Dinge im Fokus eines Unternehmens oder einer Organisation: Zusammenhalt unter den Arbeitenden, gute Kommunikation und geteilte Werte.
  • Das eigene Mindset, d.h. die eigene Einstellung zu den Veränderungsprozessen an sich und zu den Anforderungen in der täglichen Arbeit bestimmt über den persönlichen Erfolg und den des Unternehmens und muss immer wieder überprüft werden.

Dabei kann das Mindset kein leeres Lippenbekenntnis sein, sondern muss auf entwickelten handfesten Arbeitstugenden beruhen. Schon jetzt achten Personaler*innen bei Bewerbungen und Neueinstellungen immer mehr auf die Einstellungen und übergeordneten Fähigkeiten / Kompetenzen der Bewerber. Die frühere starke Konzentration auf reine Fachkompetenzen und deren Dokumentation in Zeugnissen und Zertifikaten wird es so in der Regel nicht mehr geben.

Welche übergeordneten Fähigkeiten bestimmen nun konkret das individuelle Mindset?

Das sind allgemeine Fähigkeiten wie Gewissenhaftigkeit, Kreativität und Unternehmergeist, deren Ausprägungsgrad in verschiedenen Branchen und Tätigkeitsfeldern von unterschiedlicher Relevanz ist. Aber auch Adaptionsfähigkeit, Kooperationsbereitschaft und Eigenverantwortung, die in der Arbeitswelt von heute und beim Meistern von Veränderungsprozessen von grundsätzlicher Relevanz sind.**

In der Fachliteratur werden sie „soft skills“ oder „metaskills“ genannt. Oder auch – und das trifft es aus unserer Sicht noch besser –  Kompetenzen, die zu den beruflichen Erfolgsfaktoren auf der Ebene der Sozialkompetenz gehören und in eine  Handlungskompetenz einmünden. Es geht also um „die Fähigkeit und Bereitschaft, eine spezifische Situation erfolgreich zu bewältigen“.  Dieser Kompetenzbegriff umfasst sowohl das „sichtbare Können“, die Performanz, als auch die hinter der Performanz liegenden Ressourcen, also die individuellen Handlungsdispositionen.***

Diese Ressourcen, die bei jedem Menschen vorhanden sind, können ermittelt und auch weiterentwickelt werden. Wir arbeiten dabei mit dem DNLA – Kompetenzmess- und –entwicklungsverfahren. (Discovery Natural  Latent Abilities, also die Aufdeckung der natürlich vorhandenen Potenziale / Ressourcen.)
Das ist ein von Arbeitspsychologen und Wirtschaftsexperten entwickeltes und nach DIN 33430 zertifiziertes Verfahren der berufsbezogenen Eignungsdiagnostik. Es ist ein computergestütztes standardisiertes wissenschaftliches Verfahren, mit einer hohen Validität und Reliabilität der Ergebnisse und einer hoher Objektivität und Zuverlässigkeit in Durchführung und Auswertung. Es beruht auf der Selbsteinschätzung der Testanten im Abgleich mit den Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt allgemein / im gewünschten Berufsfeld / im Studium.

Das Besondere daran ist

  • die berufsbezogene Messung von aktuell vorhandenen sozialen und personalen Kompetenzen, die zu den beruflichen Erfolgsfaktoren gehören (16 für Berufsanfänger und 17 für Mitarbeiter und Führungskräfte)
  • die Messung und Dokumentation der aktuell vorhandenen Potenziale im Vergleich zu erfolgreichen Berufsanfängern / Studenten / Mitarbeitern / Führungskräften – programminternes Benchmark erfolgt immer auf der gleichen beruflichen Ebene!!

Welchen Nutzen hat ein Testant von dem Verfahren? Was hat das mit Anpassungsfähigkeit zu tun?

Die aktuelle Potenzialausprägung in den beruflichen Erfolgsfaktoren wird computergestützt mit Hilfe eines online-Fragenkatalogs gemessen. Es wird festgestellt, welche Faktoren bereits gut ausgeprägt sind, um den Anforderungen an ein Studium und im Beruf gewachsen zu sein und in welchen Faktoren noch Potenzial weiterentwickelt werden muss.

Für Studierende sind besonders die Erfolgsfaktoren wichtig, die laut vieler Studien zu Studienerfolg und Studienabbrüchen der Studierfähigkeit auf der Ebene der Sozialkompetenz zugeordnet werden können und damit neben der Fachkompetenz ein wichtiger  Schlüssel für ein erfolgreiches Studium sind. Sie stehen bei der Auswertung der Messergebnisse besonders im Fokus. Dazu gehören:
Eigenverantwortlichkeit: die Verantwortung für seine Erfolge und Misserfolge übernehmen
Motivation: sich mit seinen Studium identifizieren und die Studienaufgaben mit Engagement lösen
Leistungsdrang: Leistungen auch unter Druck und schwierigen äußeren Bedingungen erbringen  
Auftreten: selbstbewusst und respektvoll mit Hochschullehrern kommunizieren  
Flexibilität: auf neue Herausforderungen angemessen reagieren

Mit einer guten Potenzialausprägung in diesen 5 Faktoren können Studierende sich gut an veränderte Bedingungen und Umstände im Studienalltag anpassen, beispielsweise auch in den schwierigen Zeiten der Pandemie an online-Lehrveranstaltungen und fehlende Konsultationsmöglichkeiten. Und auch später in der hoch komplexen Arbeitswelt wird die Anpassungsfähigkeit ständig eingefordert werden.

Der Nutzen besteht also in einer exakten aktuellen Standortbestimmung und der Bewusstmachung vorhandener Ressourcen, die für das Studium und den Beruf von immenser Bedeutung sind. Diese aufgezeigten und dokumentierten Stärken machen Mut und erhöhen die persönliche Selbstwirksamkeit und Resilienz.

Was ist zu tun, wenn man den Anforderungen im Studium und in der Arbeitswelt noch nicht genügt?

Alle Potenziale in den beruflichen Erfolgsfaktoren sind weiterentwickelbar. Dazu bedarf es einer gezielten Ursachenforschung für aktuell noch unzureichend ausgeprägte Potenziale. Das können nur  geschulte Moderatoren in einem individuellen wertschätzenden und vertrauensvollen Auswertungsgespräch mit den Testanten durchführen.  In einem zweiten Schritt geben sie dann konkrete Hinweise, in welchen Faktoren diese Potenziale  weiterentwickelt werden müssen – immer im Hinblick auf die konkreten beruflichen Ziele des Einzelnen. Handlungsanleitungen für die Potenzialentwicklung in den 5 studienrelevanten Faktoren können bei Bedarf den Prozess unterstützen.

So kann man es schaffen, auch ohne vorhandene Arbeitserfahrung, erfolgreicher im Studium zu werden und sich optimal auf die Arbeitswelt vorzubereiten. Potentielle Ängste gegenüber dieser unbekannten Welt mit Risiken und Unsicherheiten werden abgebaut. Die Kenntnis der eigenen Potenziale gibt mehr Handlungssicherheit und verhilft damit zu einer positiveren optimistischen Zukunftssicht und zu mehr Unabhängigkeit von den oft nicht kalkulierbaren äußeren Umständen. 

Veränderung wird uns unser ganzes Leben begleiten. Sie kann auch Spaß machen und eine Entdeckungsreise zu unseren eigenen Stärken werden!!!

*s. https://www.zukunftsinstitut.de     Youtube – Beiträge
      Video von Christian Schuldt:  “Was macht uns Krisensicher? – Resilienz als Zukunftskraft“

** https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/von-skills-zu-metaskills/
     Artikel von Verena Muntschick

***Ahrendt/Heuke/Neumann/Tubbesing, Erfolgsfaktor Sozialkompetenz, Mitarbeiterpotenziale
      systematisch identifizieren und entwickeln, Haufe Verlag 2021, S. 24 ff.

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